Magerwiese Nr.1

Wie eine Blumenwiese angelegt wird, habe ich bereits unter dem Projekt Wildblumenwiese ausführlich beschrieben. Auf eine etwas andere Art habe ich die Magerwiese Nr.1 und Nr.2 angelegt und zusätzlich um hunderte Blumenzwiebeln ergänzt.

Die höchste Artenvielfalt von Wiesen ist auf Magerwiesen zuhause. Da mein Ausgangsboden eher fett (nährstoffreich) ist und ich nicht viele Jahre bis Jahrzehnte die Fläche durch  Mahd abmagern möchte, um eine nährstoffarme (magere) Fläche zu bekommen, habe ich den Oberboden mit dem Spaten abgetragen und mit der Schubkarre auf den an unser Grundstück angrenzenden Acker gefahren. Den guten Boden hätte ich auch in die Ertragszone (Gemüsegarten) fahren können, um den Boden zu verbessern.

Abtragen der obersten 10cm Oberboden

Als nächstes sollten Blumenzwiebeln (Krokusse, Herbstzeitlose, Safrankrokusse, Narzissen) unter die Erde kommen, um im März/April u. Mai eine wichtige erste Nahrungsquelle für Wildbienen zu sein. Dies habe ich auf eine andere Weise gelöst.

Da mager gleich artenreich bedeutet, habe ich die abgetragene Bodenfläche mit lehmhaltigen Sand aufgefüllt. So ist der Boden für die Wiesenpflanzen noch magerer als vorher, die Blumenzwiebeln sind unter der Erde und das Sensen ist nun leichter, da es wieder ebenerdig ist. Hinzu kommt, dass bodenbrütende Insekten, darunter die meisten Wildbienen, in dem Sand ihre Brutgänge graben können.

Aufgefüllt mit lehmhaltigen Sand

Angesät habe ich mit Saatgut der Archegärtnerei Eggebek im September 2018. Es handelt sich hierbei um regionales Saatgut, dass aus dem nordwestdeutschen Tiefland kommt. Deutschland ist in 18 Ursprungsgebiete für das Wildblumensaatgut unterteilt. Damit kommt man der regionalen Anpassung der Pflanze an das Klima und der Anpassung von Bestäubern an die Blütenpflanzen nach. Wichtig ist vor allem, dass man den Insekten wieder mehr Blütenpflanzen/Nahrung bietet!

In der nachfolgenden Bilderserie, fotografiert am 24. Dezember 2018, sieht man, wie sich die Aussaat der Wildblumenmischung nach ca. dreieinhalb Monaten entwickelt hat.

Ich bin damit sehr zufrieden. Es sind bereits viele Blattrosetten zu erkennen, die sich so weit entwickelt haben, dass sie den Winter problemlos überstehen werden. Viele Krokusse haben ihre Blätter nach dem Pflanzen an die Oberfläche gestreckt. Das passiert häufiger, da die Blumenwiebeln durch Lagerung, Versand und Wiederauspflanzung “verwirrt” sind, wann sie denn wieder austreiben sollen. In den Speicherzwiebeln wird noch reichlich Energie für den Frühling gespeichert sein. Danach sollten sie auch im richtigen Rhythmus sein, also wissen, zu welcher Jahreszeit sie über oder unter der Erde zu verbringenvhaben.

Die Blumenzwiebeln sind bereits im Februar ausgetrieben und die Krokusse blühen bereits:

Eine wichtige erste Nahrungsquelle für Wildbienen!